Jahresrückblick 2015: Top 20 Deutschrap-Alben

 

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Werte Damen und Herren,

auch zum Ende der Spielzeit 2015 blickt die Nation gespannt in Richtung Ihres Lieblingsbloggers, um dessen allgemein gültige Liste der besten Deutschrap-Alben aus der vergangenen Spielzeit auswendig zu lernen. Da ich den in Stein gemeiselten Kanon konsensfähiger Platten dieses Jahr erst im Dezember und nicht bereits Ende November fallen lasse, besteht sicherlich noch weniger Diskussionsbedarf hinsichtlich der Korrektheit der dargebotenen Reihung. Ihr Lieblingsalbum, sofern nicht in der Liste vorhanden, folgt auf Platz 21. Versprochen!

 

20. Xatar – Baba aller Babas

19. Morlockk Dilemma – Der Eiserne Besen 2

18. Marsimoto – Ring der Nebelungen

17. Galv – Ogyarre

16. Kollegah – Zuhältertape Vol. 4

15. LX & Maxwell – Obststand

14. Die Orsons – What’s goes

13. Gzuz – Ebbe und Flut

12. Zugezogen Maskulin – Alles brennt

11. Celo & Abdi – Bonchance

 

10. Lance Butters – Blaow

Mit „Blaow“ übertrug der König des ignoranten Vortrags seine auf den EPs „Futureshit“ und „Selfish“ demonstrierten Qualitäten mühelos auf das Albumformat. Ihr Lieblingsblogger gönnt sich nach wie vor regelmäßig Titel wie „Ich und mein Hut“ oder das vorab ausgekoppelte „Raw“, selbst wenn in der kalten Jahreszeit die Sonne zum Trocknen fehlt. Das Leben ist ein Kampf!

 

9. Haftbefehl – Unzensiert

Haftbefehl ist deutscher Straßenrap und zementiert mit dem überraschend veröffentlichten „Unzensiert“ auf vorzüglichen Produktionen von Bazzazian seine Ausnahmestellung in diesem Spiel. So serviert der Zeremonienmeister durchgängig großartigen Scheiß mit Aushängeschildern wie „Brudi namens Fuffi“, „Wo ich herkomm“ (mit Milonair & Hanybal) und „Odyssee“ (mit Bausa & DOE). Lediglich die hier und da subtil durchscheinende Affinität zu Verschwörungstheorien sorgen für einen faden Beigeschmack und verursachen Abzüge in der B-Note.

 

8. Veedel Kaztro x Mels – Fenster zur Straße

Abweichend von seinem Büdchen-Benennungsschema für Tonträger servierte Kölns Feinster Veedel Kaztro an der Seite von Beatbauer Mels den von Melting Pot Music veröffentlichten Tonträger „Fenster zur Straße“, der mit großartigem Geschichtenerzählen, souveränem Vortrag und einwandfreier HipHop-Attitüde überzeugt. Pflichtlektüre für die Ohren, hätte ein kluger Blogger gesagt!

 

7. Schwesta Ewa – Kurwa

Als ich seinerzeit die ersten Klänge des Titels „Schwätza“ vernahm, war ich mir, wie auch schon bei Haftbefehl, ziemlich schnell sicher, dass das ganz großer Schmutz sei. In meiner Hauptfkunktion als Deutschraps Fähnchen im Wind schloss ich die Dame jedoch bald in mein Herz und nehme den in der Spielzeit 2015 gefallenen Tonträger „Kurwa“ mit Klassikern wie „Schwesta Schwesta“ und „24 Stunden“ (mit Xatar und SSIO) gerne in meine Favoritenliste auf.

 

6. Audio 88 & Yassin – Normaler Samt

Mit „Normaler Samt“ gaben Ihnen Audio88 & Yassin ganze fünfzehn Anspielstationen in Ihren Mund rein, Sie Schmütze (Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich um ein Zitat. Ich wertschätze natürlich meine Lesenden. OK?). Erstmals kommerziell erfolgreich überzeugen die parlierenden Protagonisten hierbei nach wie vor mit einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe und führen dabei gesellschaftliche Fehlentwicklungen gekonnt ad absurdum. Auf „Normale Freunde“ wurde zudem mit „Das ist kein Deutsch, was ich mache ist Grammatik“ die Kategorie „Pointe des Jahres 2015“ bereits im März im Vorbeigehen durchgespielt. Sheesh.

 

5. Gold Roger – Räuberleiter

Nachdem mich Gold Roger bereits in der Spielzeit 2014 mit diversen EPs auf seine Seite brachte, erfolgte 2015 mit seinem von Melting Pot Music vermittelten Einstand im Albumformat „Räuberleiter“ sowie diverser Gästelistenplätze endgültig der Aufstieg in die Liste meiner favorisierter Zeremonienmeister. Dies spiegelt sich auch in der hervorragenden Platzierung „Räuberleiters“ auf Rang 5 meiner Jahresbestenliste wider. Prüfen Sie „Pisse“!

 

4. Bilderbuch – Schick Schock

Die Attitüde ist HipHop. Keine Diskussionen!

 

3. Crack Ignaz – Kirsch

Auch ein drittes Produkt aus dem Hause Melting Pot Music schafft es mit Crack Ignaz‘ „Kirsch“ auf die begehrten vorderen Ränge meiner Jahresbestenliste. So entwickelte sich der junge Wiener mit einer Melange aus Wiener Mundart und dem sogenannten Wolken-Rap zu einem der interessantesten Spieler der Spielzeit 2015 und präsentierte nebenbei mit „Ned gscheid“ einen zu sehr übersehenen Schlager mit Hitpotential. Prüfen Sie das!

 

2. Mauli – Spielverderber

Nachdem ich Marcus Staigers kritische Ausführungen zum Thema Wolken-Rap in der Ausgabe #171 des JUICE-Magazins bedenkenlos unterschrieben hätte, bin ich selbst überrascht, dass sich mit Mauli ein zweiter Vertreter dieser Disziplin auf den vorderen Rängen meiner Jahrescharts wiederfindet. Wer jedoch wie dieser Mauli das Kunststück vollbringt, eine vorbildliche Altschul-Attitüde mit dem momentanen Zeitgeist zu verbinden, hat sich diese Ehrung redlich verdient. So überzeugte Sie der „Spielverderber“ mit Nummern wie „93 til Infinity“, „Meine Jungs“, „Mauli pt. 2“ und „Shoutouts“ uneingeschränkt. Übrigens: Endlich werden wieder Namen fallen gelassen!

 

1. Fatoni x Dexter – Yo, Picasso

Eine wahrlich erstaunliche Entwicklung durchlief Zeremonienmeister Fatoni, der auf exquisiten Produktionen Dexters in Form von „Yo, Picasso“ mit (geringem) Abstand für den besten Tonträger der Spielzeit 2015 verantwortlich zeichnet. Zwar deuteten die  EPs „Zeit heilt alle Hypes“ und „C’mon“ bereits eine erfreuliche Entwicklung des Künstlers an, jedoch kam die außergewöhnliche Qualität des vorliegenden Werkes selbst für Ihren bestens informierten Lieblingsblogger so überraschend wie das letzte Spax-Album (Anmerkung der Redaktion: Geben Sie schon zu, dass Sie just in diesem Moment überrascht sind, dass Spax im Oktober 2015 ein Album fallen ließ!). Titel wie „Authitenzität“, „Kann nicht reden, ich esse“ (mit Kryptik Joe), „Semmelweisreflex“ und dieses eine Intro da werden mir lange Zeit in Erinnerung bleiben!

2 Gedanken zu “Jahresrückblick 2015: Top 20 Deutschrap-Alben

  1. Bedauerlicherweise ist dein Schreibstil sehr anstrengend. Ganz im Gegensatz zu deinem Hip Hop Geschmack. Zeremonienmeister, Wolken-Rap, Altschul-Attitüde, Büdchen-Benennungsschema und diese vielen Autonomasien. Das liest sich wie die Bedienungsanleitung für einen VHS-Rekorder. Auf chinesisch und spiegelverkehrt. Schade!

    Die Platzierung von „Yo, Picasso“ kann ich nur unterschreiben. Aber ich nehme an, ich brauche nicht mehr versuchen, jetzt noch über „spanische Maler referenzierende Fabrikanten von polyvinylchlorid-basierten Langspielplatten der Spielzeit ’15“ zu reden.

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  2. Pingback: 2016/01/07: SSIO, Haftbefehl, Plusmacher, Pillath, Blood Spencore | Herr Merkt spricht über HipHop

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