Für den kleinen Geldbeutel #1

Das Leben eines unbemerkt pensionierten HipHop-Bloggers besteht primär in der zufriedenen Betrachtung der eigenen, mit Neuentdeckungen reichlich bestückten Musiksammlung, die er aufgrund der puren Verachtung für seine ehemalige Zielgruppe nun endlich für sich behalten kann. Da damit auf lange Sicht jedoch Niemandem geholfen ist, habe ich mich dazu durchgerungen, Ihnen an dieser Stelle insgesamt neun neue Produktionen vorzustellen, die allesamt kostenfrei archiviert werden dürfen.

Sofern Sie, obwohl bis jetzt weder Cro, Retrogott, Marteria oder Casper erwähnt wurden, dennoch bis hierhin gelesen haben, möchte ich Ihnen zunächst den Künstler Marc Zufall empfehlen, über dessen Werk „Randsteinboheme“ ich durch meine systematische Beobachtung der Seite Bandcamp gestolpert bin. Dieses beherbergt insgesamt dreizehn Anspielstationen, die mit intelligentem Wortwitz und solidem Vortrag bestechen. Ich spreche hiermit meine uneingeschränkte Empfehlung aus.


Leserinnen und Lesern dieser Publikation bereits bekannt müsste Fürths Eigener Johnny Rakete sein, für dessen neue EP „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“ Sie lediglich das erste Level des Spiels „Haze Invaders“ durchspielen müssen. Sobald ich dies geschafft habe, kann ich Ihnen sagen, was ich zu der EP sage. Bis dahin klingt die audiovisuelle Auskopplung des Stückes „Alles ist gut“ sehr vielversprechend.


Chima Ede kennen Sie laut Pressetext von Gastbeiträgen bei MoTrip und Megaloh. Gleichwenn mir da vermutlich etwas entgangen ist, muss ich der EP „Lebenslust“ große Qualität attestieren. Hören Sie rein und archivieren Sie das bei Gefallen hier.


Wenn Sie noch bei mir sind, obwohl noch immer kein neues Liedgut von den Die Orsons, Genetikk, Alligatoah oder Morlockk Dilemma erwähnt wurde, möchte ich Ihnen quasi unter vier Augen das Album „Talsohle“ von BlaDesa kredenzen. Dessen Namen fiel in der vergangenen Spielzeit immerhin im Kontext Cro, als Letzterer Ersteren in der RBA zu einem Wettkampf heraus forderte. Für „Talsohle“ und Tonströme der einzelnen Titel klicken Sie bitte hier!

Freundinnen und Freunde des pubertären Humors fühlen sich vermutlich oberflächlich durch Dua & The Pimmelsens angesprochen, die dieser Tage das Album „Subtil“ vorlegen. Wenn Sie sich auch als akademisch gebildete Zuhörerin oder akademisch gebildeter Zuhörer nicht von oberflächlichen Merkmalen abschrecken lassen, erwarten Sie großartige Anspielstationen wie „Geheimnis“ oder „Party im Bällebad“. Aber Vorsicht: Kann Spuren von Nüssen enthalten!


Eine wundervolle Alternative zu den Kennenlernrunden bietet der Rapblokk, der für den Sampler „Klassentreffen Vol. 4“ (Kopiervorlage hier) geschätzte Zeremonienmeister wie Mizu, Marten McFly, Artist, Falk (no Schacht!), Bambus, M.u.D. und Sparky versammelte. Das kann man sich einmal anhören, wenn man kein Ignorant ist!

Nachdem nun vermutlich der letzten geduldigen Leserin / dem letzten geduldigen Leser die Hutschnur geplatzt ist, da ich noch immer kein neues Liedgut von K.I.Z. und Marsimoto erwähnte, wenden wir uns nun dem klassischen Boombap mit Wettbewerbsgedanken zu. Konkret sind hier Die Futschis zu benennen, die mit „Beats & Bratpfanne“ ein äußerst stimmiges Werk vorlegten. Sollte man machen!


Weniger Wettbewerb, aber dennoch ordentlich Boombap gibt es bei den Herren Aem16 & Apfel mit der EP „93“ auf die Ohren, die auf den ersten Blick eine neu sequentierte Fassung der EP „Erntefunk“ darstellt. Da ich diese in der Spielzeit 2013 jedoch nicht angemessen würdigte, nehme ich die auch auf Vinyl erscheinende Neuauflage wohlwollend zur Kenntnis.


Zuletzt, aber nicht zuletzt archivieren Sie bitte die EP „Vielleicht wird mal ne EP draus“ der Herren Tonekk & Dait, die mich über sieben Anspielstationen gut unterhielt.

Vielen Dank für das Interesse!

3 Gedanken zu “Für den kleinen Geldbeutel #1

  1. Vielen Dank für die Empfehlungen! Durch Ihren Schreibstil hat man das Gefühl sich etwas einzigartiges und ganz besonderes zu Gemüte zu führen – mag ich.

    Viele Grüße

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  2. Pingback: Schwere Drehung: Marc Zufall x Peat Pandora – Rough Maga | Herr Merkt spricht über HipHop

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