Jahresrückblick 2014: Top 50 Deutschrap-Alben

Werte Damen und Herren,
nach einem Jahr, welches reich an Veröffentlichungen und Erfolgen für den HipHop deutscher Zunge war, lässt es sich selbstverständlich auch Ihr Lieblingsblogger nicht nehmen, seine persönlichen Favoriten aufzuführen. Sofern Sie Ihre favorisierte Veröffentlichung nicht finden sollten, dann lassen Sie sich versichern, dass diese von Ihrem Lieblingsblogger entweder nicht unmittelbar dem Genre Deutschrap zugeordnet wurde (Betty Ford Boys, Tua) oder direkt auf Platz 51 folgt (BSH, Curse, Money Boy, Olli Banjo, Olson, Teesy, Trailerpark).

50. Nanoo – Sonntagabend EP
Neben einer gemeinsamen Konzertreise an der Seite von Rockstah trat Aschaffenburgs Nanoo in der aktuellen Spielzeit auch mit seiner EP „Sonntagabend“ in Erscheinung, die neben ruhigen Tönen im Rahmen von „Fjord“ und „Retrospektive“ auch den Kracher „… und Falk Schacht trägt keine Mütze mehr“ (mit Rockstah) enthält. Dies sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

49. Eko Fresh – Deutscher Traum
Die beeindruckende Form von „Eksodus“ vermochte Eko Fresh auf „Deutscher Traum“ zwar nicht uneingeschränkt zu halten, dennoch lieferte er auch in der Spielzeit 2014 ein solides Lebenszeichen ab, mit dem er seinen Platz auf der Sonnenseite unseres Genres zu untermauern wusste.

48. Dissythekid – Pestizid EP
Aus dem Umfeld der Tracksetters entstammt Nachwuchskraft Dissythekid, der in Folge der Veröffentlichung seiner EP „Pestizid“ direkt von Heart Working Class weggezeichnet wurde. Diese ist nun in einer aufgestockten Version kommerziell verfügbar und nicht zuletzt dank der Leuchttürme „Hook“ und „Soap“ unbedingt empfehlenswert!

47. Kex Kuhl – Bartik EP
Ebenfalls auf Konzertreise mit Rockstah begab sich in dieser Spielzeit der gute Kex Kuhl, der Ihnen in Form der EP „Bartik“ eine mit Selbstironie angereicherte Demonstration solider Rapkunst auftischte. Nachzuhören unter Anderem auf „Carter“ und „Nerdy Terdy Bartik Gang“ (mit Rockstah).

46. eloQuent & ILL Will – Skizzen in Grau
Dem klassischen Boombap verschrieb sich der umtriebige eloQuent, der dieses Jahr unter Anderem den von ILL Will musikalisch verantworteten Tonträger „Skizzen in Grau“ auf den Markt warf. Wer HipHop klassischer Machart goutiert, sollte dies nicht übersehen. Nachschub an der Seite von Tufu steht in Form von „Wenn der Vorhang fehlt“ bereits in den Plattenläden Ihres Vertrauens.

45. Fatoni – Zeit heilt alle Hypes EP
Zunächst als kostenfreie Kopiervorlage veröffentlicht, wurde Fatonis „Zeit heilt alle Hypes“ in den letzten Wochen durch eine Veröffentlichung auf Vinyl geadelt. Anspielstationen wie „Tränen oder Pisse“ und „Lustig“ rechtfertigen dies.

44. Chakuza – Exit
Auf seiner zweiten Veröffentlichung über Four Music setzt Chakuza konsequent den mit „Magnolia“ beschrittenen Pfad fort und serviert den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern qualitativ hochwertiges Liedgut à la „Drehscheibe“, „Off“ und „Stück für Stück“.

43. Degenhardt – Harmonie Hurensohn 3
Nicht weniger verstörend als die beiden Vorgänger ist auch die dritte Ausgabe von „Harmonie Hurensohn“, mit der sich der an dieser Stelle mehrfach gewürdigte (Disko) Degenhardt 2014 zu Wort meldete. Man ist angetan.

42. Cro – Melodie
Für wahr fällt die Liste potentieller Kritikpunkte an Cros „Melodie“ angefangen bei der aus HipHop-Sicht unglücklichen Auswahl der Singles und dem etwas offensichtlichen Umgang mit Inspirationsquellen relativ umfangreich aus. Dennoch enthält auch „Melodie“ nicht zuletzt mit dem Titeltitel und Anspielstationen wie „Meine Gang (Bang Bang)“, „Erinnerung“ und „Intro – I can feel it“ einige Stücke, die den HipHop-Kopf zumindest ansatzweise versöhnen dürften.

41. Ahzumjot – Nix mehr egal
Gemessen an den noch durch den ersten Vorboten „Der coolste Motherfxcker“ geschürten Erwartungen wäre auf „Nix mehr egal“ aus der Sicht Ihres Lieblingsbloggers mehr drin gewesen. Gleichwenn „Nix mehr egal“ dadurch nicht die Strahlkraft des Vorgängers „Monty“ entfaltet, handelt es sich hierbei dennoch um ein solides Album, auf dem das Potential des Protagonisten ersichtlich wird.

40. Errdeka – Paradies
Zugegebenermaßen hatte ich den guten Errdeka nicht ernsthaft auf dem Radar, als dieser in der Spielzeit mit seinem Tonträger „Paradies“ vorstellig wurde. Umso überraschter erwischte mich daher die Qualität, mit der die erfahrene Nachwuchskraft sowohl Nachdenkliches, als auch klassischen Wettbewerbsrap zu Beat bringt.

39. Umse – Kunst für sich
Dass HipHop auch ohne überdrehtes Beiwerk einen chartsrelevanten Umsatz generieren kann, bewies unter Anderem Umse, der mit „Kunst für sich“ eine respektable Interpretation des klassischen HipHops im Geiste der goldenen Neunziger kredenzte.

38. Slowy & 12 Vince – Ultima Radio
Achtundzwanzig Anspielstationen umfasst Slowys von 12Vince produzierter Tonträger „Ultima Radio“, mit dem dieser in der Spielzeit 2014 nachhaltig eine Marke auf der Landkarte des HipHops deutscher Zunge zu setzen vermochte. Leuchttürme zu benennen fällt angesichts des einheitlich hohen Grundniveaus schwer. Nehmen Sie sich die Zeit und genießen Sie das vollumfänglich!

37. Veysel – Audiovisuell
Dass die Azzlackz mehr zu bieten haben als ihren Anführer Haftbefehl bewies Veysel, der mit „Audiovisuell“ auf hohem Niveau den eher klassisch geprägten Straßenrap bedient. Überzeugen Sie sich anhand der Titel „Was der Kleine sagt“ oder „Duft der Straße“ am besten selbst.

36. Sylabil Spill – Steine & Zwiebeln
Am Mikrophon gebärdet sich der gute Sylabil Spill in der Regel wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Dabei weiß der Zeremonienmeister auch auf den wenigen ruhigen Auszeiten zu überzeugen, die er den Zuhörerinnen und Zuhörern auf „Steine und Zwiebeln“ gönnt. Als Beispiel sei hierfür der Titel „Langer Punkt 2“ ins Feld geführt.

35. Ansa – Ansa unta Millionan
Nachdem Ansa bereits als Teil der Vamummtn beachtliche Erfolge in seiner Heimat Österreich einfahren konnte, wusste er in der Spielzeit 2014 mit „Ansa unta Millionan“ auch auf Solopfaden zu überzeugen. Besondere Erwähnung verdienen dabei die Titel „LaLaLa Nana“ und „Richtig reala Rapshit“. Ich war und bin angetan!

34. Johnny Moto – Mototape
Ich kann mich nicht gänzlich davon frei machen, dass die Platzierung von Johnny Motos über Sichtexot veröffentlichtem „Mototape“ auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich den Tonträger soeben zum ersten Mal rezipierte und dabei durchgängig den Kopf auf und ab bewegte. Eine Perle des Boombap – vertrauen Sie mir!

33. Kool Savas – Märtyrer
„Märtyrer“ steht zwar nicht auf einer Ebene mit Klassikern wie „Der beste Tag meines Lebens“ oder „Tot oder lebendig“, dennoch hätte es nach dem Ausflug zu XAVAS und diversen Beiträgen auf Veröffentlichungen anderer Rapper auch weit schlimmer kommen können. Ein gutes Album, welches durchaus auch für wiederholte Rezeptionsvorgänge in Frage kommt.

32. Olexesh – Nu eta da
Celo & Abdis Ausgründung 385idéal machte in der Spielzeit 2014 in erster Linie mit Olexeshs hervorragendem Tonträger „Nu eta da“ von sich reden, der sich in seiner Gesamtästhetik wunderbar in den erweiterten Azzlackz-Kosmos einfügt. Der Nachfolger „Masta“ ist bereits für Anfang 2015 angekündigt. Ich bin in Vorfreude!

31. Audio88 – Der letzte Idiot
Keine leichte Kost servierte Ihnen Audio88 im Rahmen seiner EP „Der letzte Idiot“, die mit „Fusionbändchen“ und „MWDEDW“ zwei Leuchttürme der bissigen Realsatire enthält. Unbedingt überprüfen!

30. Pierre Sonality – Magdeburg Trilogie
Gleich drei Veröffentlichungen in kurzer Taktung umfasst die dem klassischen Boombap zuzuschreibende „Magdeburg“-Trilogie, mit der Pierre Sonality gegen Ende des Jahres auf sich aufmerksam machte. Wenngleich man sich vereinzelt die ein oder andere schwungvollere Nummer gewünscht hätte, kann hier höchstens auf hohem Niveau gemeckert werden.

29. 3Plusss – Mehr
3Plusss nimmt sich auch auf seinem zweiten Tonträger im Albumformat nicht zu ernst und schafft dadurch umgehend, die Sympathien aufgeschlossener HipHop-Köpfe zu gewinnen. Vor Allem Anspielstationen wie „Ich habe HipHop nicht verstanden“ verlangen nach „Mehr“ Aufmerksamkeit. Ein Künstler mit großer Perspektive!

28. Rockstah – Pubertät
Auch in der Spielzeit 2014 führte für Anhängende des ironisch überzeichneten Nerdraps kein Weg vorbei an Rockstah, der mit seinem Einstand auf großer Bühne offiziell die „Pubertät“ durchlebte und mit dem Titeltitel sowie „König Außenseiter“ gleich zwei nachhaltige Leuchttürme des sich dem Ende nähernden Jahres im Gepäck hatte.

27. Sickless – Horus
Im kleinen Rahmen veröffentlichte Sickless Anfang des Jahres den Tonträger „Horus“, der meines Erachtens nicht die Aufmerksamkeit erhielt, die ihm aufgrund der nicht zu bestreitenden Qualität eigentlich zugestanden hätte. Vor Allem die Stuttgart-Hymne „Jib Job“ und das von Dexter verantwortete „Legoburg“ werden über Jahresgrenzen hinweg in der Anlage Ihres Lieblingsbloggers drehen. Hören Sie da mal rein!

26. Liquid – La Le Lu
Der Nicht-Bayer dürfte Liquids Tonträger „La Le Lu“ ungefähr so gut verstehen wie die Werke Haftbefehls. Dennoch gilt dieses Glanzstück des HipHops bayrischer Mundart meines meiner bescheidenen Meinung als verpflichtend für den HipHop-Kopf, der sich umfassend über Deutschrap im Jahre 2014 informieren möchte. Ich empfehle als Einstieg „Lieba mal zensiern“ und „Lemon Beck’s Shit“.

25. Shawn the Savage Kid – Egoprobleme EP
Seine Stellung als interessantester Zeremonienmeister aus den Reihen Showdowns unterstrich Shawn the Savage Kid mit der EP „Egoprobleme“, die insgesamt sechs allesamt hörenswerte Anspielstationen enthält. Prüfen Sie „(Alter)Egoprobleme“ und „Schlagerstar“.

24. Curlyman – Cvrly as fvck
Der Trend geht zur Kommerzialisierung ursprünglich kostenfreier Veröffentlichungen. So geschehen auch mit Curlymans „Cvrly as fvck“, das in den vergangenen Wochen über Styleheads neu aufgelegt und mit drei Anspielstationen ergänzt wurde. Hier serviert Ihnen der lockige Zeremonienmeister launigen Sprechgesang mit reichlich Talent und der nötigen Portion Leichtigkeit.

23. Gozpel – Sympathoz
Für den mit dem „Rap am Mittwoch“-Kosmos nicht vertrauten HipHop-Kopf war der souveräne Einstand Gozpels auf „Sympathoz“ eine veritable Überraschung. Abseits des klassischen Wettbewerbsraps serviert Ihnen der Zeremonienmeister durchgängig unterhaltsame Reimkunst, die mit Titeln wie „Fresh“, „Geld“ oder „Mein Kiez“ ihren Höhepunkt erreicht.

22. Hiob & Morlockk Dilemma – Kapitalismus jetzt!
Über die Qualitäten Hiobs und Morlockk Dilemmas müssen an dieser Stelle vermutlich keine weiteren Worte verloren werden. Als Aushängeschilder des klassisch geprägten Ansatzes deutschsprachiger HipHop-Kunst lieferten die beiden Zeremonienmeister auch in der Spielzeit 2014 in Form von „Kapitalismus jetzt!“ ordentlich ab. Der Nachfolger „Kannibalismus jetzt!“ ist bereits für Februar 2015 angekündigt.

21. Absztrakkt & Snowgoons – Bodhiguard
Mit verhältnismäßig poppigen Melodien verzauberte „I shot the Sheriff“ als erstes Lebenszeichen aus „Bodhiguard“ Ihren Lieblingsblogger. Weniger poppig, dafür in gleichem Maße bezaubernd gestalteten sich die weiteren Anspielstationen des Tonträgers, den Absztrakkt und die Snowgoons in der Spielzeit 2014 vorlegten.

20. Edgar Wasser – Tourette Syndrom EP
Ihr Lieblingsblogger überlegte sich lange, was er schreiben könnte, um den spitzfindig intelligenten Texten Edgar Wassers auf dessen Album „Tourette Syndrom EP“ gerecht zu werden. In Ermangelung der passenden Rhetorik kapitulierte er jedoch vor dieser Aufgabe und verweist lediglich auf die beißende Ironie des parlierenden Protagonisten, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht Ernst zu nehmen ist und dabei gleichzeitig doch so punktgenau den Finger auf die Wunden unserer Gesellschaft legt. Große Kunst!

19. Marz – Hoes, Flows, Kollabos.
Bereits in der vergangenen Spielzeit wusste Marz mit dem Tonträger „Hoes, Flows, Tomatoes.“ zu überzeugen. Rund ein Jahr später ist zu konstatieren, dass der Nachfolger „Hoes. Flows. Kollabos.“ seinem Vorgänger in Nichts nachsteht und sich der Hauptdarsteller selbst von glänzend aufgelegten Gästen wie Lakmann, Sickless, Fatoni, Edgar Wasser und Johnny Rakete nicht die Tomaten vom Brot nehmen lässt.

18. Der Plusmacher – FSW: Freie Schwarzmarktwirtschaft
Mit jeder Veröffentlichung beweist Der Plusmacher, dass Straßenrap gepaart mit klassischem Boombap eine Ernst zu nehmende Alternative ist. So zauberte auch das 2014 erschienene „FSW: Freie Schwarzmarkwirtschaft“ mit Schlagern wie „Nichts“, „Kodex“ (mit Olexesh) und „Königsmische“ (mit Omik K) ein Lächeln in das Gesicht Ihres Lieblingsbloggers.

17. Döll – Weit entfernt EP
Als äußerst runde Veranstaltung erwies sich die EP „Weit entfernt“, mit der Ihnen Döll sechs im besten Sinne unaufgeregte Anspielstationen zu Ohren gab. Es bleibt die Hoffnung, dass dieses Potential in der Spielzeit 2015 auch im Albumformat zur Schau gestellt wird. Man wartet in Spannung!

16. Silla – Audio Anabolika
Wer binnen zwei Tagen nach der Veröffentlichung von seinem eigenen Labelboss disrespektiert wird, der hat – sofern der Labelboss Fler ist – vermutlich einige Dinge richtig gemacht. Dies trifft zumindest auf Silla zu, der mit „Audio Anabolika“ seinen bis dato stärksten Tonträger vorlegte. Neben alten Bekannten wie MoTrip und JokA sorgten darauf auch unerwartete Gäste wie Flo Mega für bereichernde Momente.

15. Kamikazes – Kleiner Vogel
Nachdem Prezident mit seinem Tonträger „Kunst ist eine besitzergreifende Geliebte“ in den Bestenlisten der vergangenen Spielzeit abräumte, schneiden nun auch die ebenfalls mit Whiskeyrap assoziierten Kamikazes mit „Kleiner Vogel“ äußerst ordentlich ab. Exemplarisch für die dichte Atmosphäre des Tonträgers stehen die beiden Auskopplungen „Kleiner Vogel“ und „Grandhotel Abgrund“.

14. Antilopen Gang – Aversion
Nach der Tragödie der vergangenen Spielzeit meldete sich die Antilopen Gang in der Spielzeit 2014 zumindest auf musikalischer Ebene so stark wie niemals zuvor zurück. So garantiert „Aversion“ beste Unterhaltung, die durch ihre politischen Untertöne den richtigen Personen die Zornesröte zu Gesichte treibt. Mit Sicherheit eine der wichtigsten Platten des Jahres!

13. Johnny Rakete – Per Anhalter durch die Galaxis EP
Trotz der jüngst erschienenen Vinyl-Auflage nach wie vor kostenfrei verfügbar ist Johnny Raketes EP „Per Anhalter durch die Galaxis“, mit der der parlierende Protagonist seinen mit dem Vorgänger „Broke aber dope“ erhaltenen Status als hoffnungsvolle Nachwuchskraft mit Nachdruck untermauern konnte. Man schreit nach mehr!

12. Dexter – Palmen und Freunde
Ich würde nicht soweit gehen und wie einige Kollegen behaupten, dass dies das erste Lebenszeichen von Produzent Dexter am Mikrophon ist, dennoch ist es mit Sicherheit das bis dato beste. Davon überzeugen dürfen Sie sich anhand von großartigen Titeln wie „Dies das“ (mit Audio88 & Yassin) oder „Fahrtwind“ (mit Jaques Shure). Der Ernst zu nehmende Boombap-Freund hat das sowieso schon längst im Plattenregal.

11. Karate Andi – Pilsator Platin
Als Neuzugang bei Selfmade Records wurde im Jahre 2014 Karate Andi vorgestellt, der noch zu Beginn der Spielzeit mit seinem Tonträger „Pilsator Platin“ auf kleinerer Bühne überzeugen konnte. Als Einstieg empfehle ich Ihnen die beiden Titel „Generation Andi“ und „Morgen hör ich auf“, die das Themenspektrum zwischen Repräsentantenrap und zerstörerischem Alkoholkonsum gekonnt aufzeigen. Diesen Zeremonienmeister sollten Sie für 2015 auf der Rechnung haben!

10. Shindy – FVCKB!TCHE$GETMONE¥
Bewertet man die Souveränität, mit der Shindy das dekadente Leben im Jetset auf „FVCKB!TCHE$GETMONE¥“ einmal durch dekliniert, so darf besagter Tonträger guten Gewissens als ein Höhepunkt des Deutschrap-Jahres 2014 bewertet werden. Maximal unterhaltsamer Scheiß!

9. Kollegah – King
Während selbstverständlich nach wie vor trefflich über das Auftreten Kollegahs diskutiert werden darf, so sollte dessen raptechnische Unbeischlafbarkeit in keinem kritischen Diskurs über die Bewertung des Felix Antoine Blume in Frage gestellt werden. So servierte dieser mit „King“ einen Tonträger, der die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht zuletzt dank hervorragender Reimstrukturen und Wortspielen mehrfach in Staunen versetzte und dabei glänzend unterhielt.

8. Kalim – Sechs Kronen
Nach SSIOs letztjährigem „BB.U.M.SS.N.“ veröffentlichte AON auch in der Spielzeit 2014 mit „Sechs Kronen“ von Kalim einen Tonträger, der den Status der Bonner als Lieferant für qualitativ hochwertigen Straßenrap der Marke Boombap weiter zementierte. Schwesta Ewas nächstjährig erscheinendes Album „Kurwa“ dürfte diese Serie ersten Eindrücken zufolge mühelos fortsetzen.

7. Marteria – Zum Glück in die Zukunft 2
Gemessen am großen Vorgänger hatte es „Zum Glück in die Zukunft 2“ zunächst schwer, alle darin gesetzten Erwartung zu erfüllen. Mit etwas Abstand lässt sich jedoch festhalten, dass Marteria auch in der Spielzeit 2014 nicht übersehen werden sollte, wenn über künstlerisch anspruchsvollen HipHop aus deutschen Landen diskutiert wird. Darüber hinaus ist „Welt der Wunder“ vermutlich der übersehenste Hit des Jahres!

6. Mädness – Maggo EP
Nur sechs Anspielstationen reichten Mädness, um sich mit der EP „Maggo“ nach langjähriger Abstinenz direkt auf den Radar informierter HipHop-Köpfe zurück zu spielen. So enthält die EP mit „Maggo“ und „Ich sterbe für HipHop“ (mit Yassin) zwei nicht zu übersehende Aushängeschilder des Genres. Weiterhin machte der Tonträger Ihrem Lieblingsblogger wieder einmal schmerzhaft bewusst, wie sehr HipHop Kamp vermisst. Läuft bei Mädness – nicht nur aus dem Zapfhahn!

5. Celo & Abdi – Akupunktur
Wenngleich Haftbefehls „Russisch Roulette“ zum Jahresende so ziemlich alles rasierte, sollte nicht vergessen werden, dass auch Celo & Abdi mit „Akupunktur“ ordentlich ablieferten. Damit leisteten die beiden sympathischen Zeremonienmeister einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Straßenrap anno 2014 vor allem aus künstlerischer Sicht stärker denn je dasteht. Mit „Nur noch 60 Sekunden“ lieferte man zudem einen sicheren Kandidaten für die Liste der besten Musikvideos.

4. Veedel Kaztro – Büdchen LP
Als zweite deutschsprachige Zeichnung bei dem vor allem für Beatkunst stehenden Qualitätsgaranten MPM servierte Ihnen Kölns Feinster Veedel Kaztro die „Büdchen LP“, mit der die sympathische Atmosphäre der „Büdchen“-Reihe perfekt eingefangen und ins Albumformat transformiert wurde. So steht Veedel Kaztro weiterhin für gekonnt vorgetragene Geschichten mit der richtigen Dosis an Humor. Beachten Sie diesen Tonträger bitte bei Ihrem nächsten Einkauf!

3. Gold Roger – Sperensken EP
Ab und an lohnt es sich Rappern zuzuhören, wenn sie einen via Facebook auf die aktuelle Veröffentlichung eines ihrer Bekannten hinweisen möchten. So geschehen Anfang der Spielzeit 2014, als mir der gute Johnny Rakete eine Verknüpfung zu Gold Rogers EP „Sperensken“ zuschickte. Diese ist mittlerweile zwar wieder aus den Unweiten des weltweiten Netzwerkes verschwunden, dennoch katapultierte sie Gold Roger aus dem Stand auf die Liste der hoffnungsvollsten Nachwuchskräfte für die Spielzeit 2015. Weiterhin beweist das Verschwinden von „Sperensken“ eindrucksvoll, dass es sich lohnt, die Augen und Ohren auf der Straße beziehungsweise auf diesem Blog zu halten.

2. Bushido – Sonny Black
Nach mehreren Jahren der vergeblichen Andienung an den Feuilleton meldete sich Bushido in Form von „Sonny Black“ in alter Härte zurück. Damit gelang ihm nicht nur sein erfolgreichstes Album seit Jahren, sondern auch die Rückkehr in die Arme der ihn wohlwollend aufnehmenden HipHop-Szene. Mehr davon!

1. Haftbefehl – Russisch Roulette
Wer in den vergangenen Wochen im Internet unterwegs war, kam nicht an Haftbefehl vorbei. Dabei beschränkte sich die wohlwollende Berichterstattung zu „Russisch Roulette“ nicht nur auf die üblichen Verdächtigen aus der HipHop-Szene, sondern erstreckte sich über die Feuilletons sämtlicher Vertreter der Hochkultur. Während dies selbstverständlich kein Qualitätskriterium für guten HipHop sein muss, wird der Tonträger sämtlichen Lobeshymnen gerecht und überzeugt mit großartiger Qualität, die sich in gekonnt vorgetragenen Reflektionen des Lebens am Rande oder auf der anderen Seite der Legalität widerspiegelt. Ein sicherer Schuss!

11 Gedanken zu “Jahresrückblick 2014: Top 50 Deutschrap-Alben

  1. Ich gehe mit vielen Sachen d’accord, aber die Einschätzung von Märtyrer bleibt mir doch unbegreiflich. Besonders der Satz, dass es nicht an Klassiker wie TOL heran komme. TOL ist in meinen Augen das schlechteste Soloalbum und Märyter noch vor DBTML anzusiedeln. Flow und Beattechnisch ein Überalbum. Über Texte lässt sich natürlich diskutiere, aber vom Feeling her mein Album des Jahres knapp vor Haftbefehl. Aber ich will nicht meckern, immerhin haben Sie es überhaupt aufgenommen.

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  2. Pingback: Video: Marz x Lakmann x Sickless – Wer Aaahh sagt! | Herr Merkt spricht über HipHop

  3. Pingback: Videos: Johnny Moto – Kein Held (feat. Knowsum) / Lötkolben / Krieg bedeuten | Herr Merkt spricht über HipHop

  4. Sehr geehrter Herr Merkt, eine wirklich beeindruckende Auflistung! Mir fehlen darin aber Olli Balboa, PMA Nerd, M.A.C.H. & Psaiko.Dino. Auch finde Ich, wie mein Vorredner das der Märtyrer zu schlecht abschneidet. Große Props für genannte wie Ansa, Curlyman & Liquit.

    Vielen Dank für die hervorragende Kennenlernrunde 13!!!!

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  5. Hey, ich lese deinen Blog nur sporadisch, deswegen verzeihe mit bitte, wenn du diese Frage bereits beantwortet hast. 50 ist wirklich viel, deswege frage ich mich, wie du diese Liste erstellt. Machst du über das Jahr Notizen, oder liest du einfach nochmal deine Reviews durch?

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